Bei Pearl in San Antonio sind die Menschen die Hauptattraktion. Ein lokaler Keramikkünstler verwandelt ein Muttertagsprojekt in eine Schnitzeljagd, die sich über das gesamte Gelände erstreckt. Ein Koch übernimmt ein Restaurant und gestaltet die Speisekarte ganz nach seinem Geschmack. Auf dem ganzjährig geöffneten Bauernmarkt treffen sich jedes Wochenende dieselben Stammgäste, egal ob bei Regen oder Sonnenschein.
Pearl ist die Flaggschiffmarke von Silver Ventures, einer Risikokapitalgesellschaft aus San Antonio, die das Gelände der ehemaligen Pearl Brewery entwickelt und betreibt. Unter dem Namen „Pearl“ betreibt Silver Ventures Restaurants, Geschäfte, einen ganzjährig geöffneten Bauernmarkt, einen Veranstaltungsort für Live-Musik sowie Wohnanlagen. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen drei weitere eigenständige Marken: das „Hotel Emma“, ein Boutique-Hotel auf dem Gelände; „La Babia“, eine Marke für nachhaltiges Rindfleisch, die mehrere Restaurants des Geländes beliefert; sowie „Potluck“, den Inkubator für Restaurantkonzepte, der dafür verantwortlich ist, erstklassige gastronomische Angebote für Pearl zu erschließen.
Nicholas Caballero, E-Mail-Marketing-Manager, wechselte vor etwas mehr als einem Jahr aus dem Journalismus zu Silver Ventures. Sich mit Menschen zusammenzusetzen und ihre Geschichten zu erzählen, war für ihn bereits vertraute Arbeit. Neu für ihn und für Silver Ventures war es, dies per E-Mail zu tun.
„Hier treffen sich viele Menschen und viele von ihnen haben wirklich spannende Geschichten zu erzählen“, sagt Nick. „Es macht einfach Spaß, sich mit ihnen zu unterhalten – ohne dabei so zu wirken, als würde man sagen: ‚Hey, wir sind in der Innenstadt, kommt zu uns und gebt Geld aus.‘ Es geht vielmehr darum, hier die Ideen anderer Menschen kennenzulernen.“
Mit Intuit Mailchimp haben Nick und das kleine Team von Silver Ventures ein E-Mail-Programm aufgebaut, das Storytelling in den Mittelpunkt stellt, drei verschiedene Markenstimmen unterstützt und eine Community von Abonnenten anspricht, die Teil davon sein möchten.
Die Herausforderung: E-Mails spielten in einem Umfeld voller Geschichten nur eine untergeordnete Rolle
Als Nick zu Silver Ventures kam, war die E-Mail-Infrastruktur zwar bereits vorhanden, erfüllte jedoch nicht ihren Zweck. Das Team versandte etwa zweimal im Monat E-Mails an die Abonnenten von Pearl, ohne Automatisierungen und ohne einheitliche Designstrategie. Daten flossen aus Quellen wie der OpenTable-Integration ein, doch diese neuen Kontakte erhielten oft keinerlei Folgekommunikation von Pearl.
Zudem bestand eine strategische Lücke. Das Marketing von Pearl war zu sehr auf Transaktionen ausgerichtet, obwohl die eigentliche Anziehungskraft des Standorts in der Community aus Künstlern, Köchen, Ranchern und Kunsthandwerkern lag, die dahinter standen. Nick wollte dies ändern, musste jedoch zunächst ein E-Mail-Programm aufbauen, das diese Geschichten in den Vordergrund rücken und den unverwechselbaren Ton bei Pearl, Hotel Emma und La Babia beibehalten konnte.
Nicks Vorgehensweise begann damit, die Geschichten zu finden. Er machte sich daran, potenzielle Interviewpartner im gesamten Umfeld von Pearl ausfindig zu machen – jene Künstler, Kunsthandwerker, Köche und Rancher, die den Ort so einzigartig machen. Auf der Grundlage seiner Gespräche mit diesen Personen gestaltete er dann den Inhalt seiner E-Mails.
Eines seiner ersten Projekte war die „Cow Parade“, eine Installation aus fünf lebensgroßen Keramikkühen, die von lokalen Künstlern bemalt wurden. Nick und ein Teamkollege verbrachten einen Nachmittag auf dem Gelände in der Hitze von San Antonio und sprachen mit jedem Künstler darüber, was ihn zu seiner Kuh inspiriert hatte. Dies wurde zur Vorlage für eine monatliche Reihe.
Außerdem überdachte er die Kommunikation von Pearl mit seinem Publikum. Anstatt lediglich Veranstaltungsankündigungen und Reservierungen zu bewerben, wollte er, dass die E-Mails den Empfängern ein Gefühl für das tatsächliche Geschehen vor Ort vermittelten. Er formulierte eine Frage, die er seinem Team immer wieder stellte: „Was könnte meine Eltern dazu bewegen, hierherzukommen?“
Seine Eltern wohnten 30 Minuten entfernt. Wenn eine Geschichte oder ein Ereignis sie nicht vom Sofa bewegen konnte, würde es wahrscheinlich auch sonst niemanden bewegen.
