Weiter zum Hauptinhalt

Aufbau eines E‑Commerce‑Business

Wenn du ein E‑Commerce‑Business aufbauen willst, musst du dich zu vielen Themen informieren. Das kann überwältigend erscheinen, ist aber mit Unterstützung zu schaffen.

Die Werkzeuge, die du brauchst, um ein Online-Unternehmen zu starten, sind einfacher zugänglich denn je – ebenso die potenziellen Konsumenten deiner Produkte. Daten zeigen, dass das E‑Commerce-Volumen steigt und 80 % der Amerikaner online einkaufen. Es gibt also ein enormes Potenzial, das du durch E-Commerce erschließen kannst.

Aber mit diesem Potenzial sind auch zahlreiche Herausforderungen verbunden. Wenn du dich zum ersten Mal mit dem Gedanken beschäftigst, ein E‑Commerce-Unternehmen zu gründen, musst du dich durch eine ganze Reihe von Themen durchbeißen. Der erste Schritt kann überwältigend erscheinen – aber die gute Nachricht ist, dass du dir Unterstützung holen kannst.

Erarbeite zunächst die Grundlagen deines E‑Commerce-Geschäftsplans, zum Beispiel was du online verkaufen willst und wie du es verkaufen willst. Erstelle einen Plan dazu, wie du in die Welt des E‑Commerce einsteigen willst, und identifiziere die Dinge, die dir dabei zum Erfolg verhelfen sollen. Mit einem robusten Aktionsplan und einigen leistungsstarken Tools kannst du innerhalb kurzer Zeit mit deinem Onlineshop loslegen und deine Marke aufbauen.

1. Wähle deine Nische

Um ein erfolgreiches Online-Geschäft aufzubauen, musst du die richtige Nische finden. In welchem Bereich kennst du dich besonders gut aus? Welche Kenntnisse oder Fähigkeiten besitzt du, die für andere wertvoll sind? Wie kannst du für diese Fähigkeiten einen Markt finden? Welche Arten von Produkten möchtest du verkaufen?

Du solltest eine Idee davon haben, welche Art von Geschäft du betreiben willst. Beginne also mit der Marktforschung. Schau dir andere Unternehmen in deiner Branche an und versuche zu erkennen, was sie richtig oder falsch machen. Wenn du besonders erfolgreiche E‑Commerce-Unternehmen in deiner Branche findest, versuche die folgenden Fragen zu beantworten:

  • Wie erreichen sie ihre Kunden?
  • Was gefällt dir an ihrer Website?
  • Was ist ihr Geschäftsmodell?

Auf der Suche nach deiner Nische musst du auch einige logistische Fragen beantworten:

  • Welche Art von Produkten möchtest du verkaufen? Ist dein Produkt physisch oder digital?
  • Wenn es sich um ein digitales Produkt handelt, wie findet die Beschaffung statt?
  • Kannst du die Produktion selbst übernehmen oder benötigst du Hilfe?
  • Stehen bei deinem Geschäft einmalige Bestellungen, Bundles oder Abonnements im Mittelpunkt?

Sammle so viele Geschäftsideen wie möglich, denn aufgrund des schnellen Wachstums im E‑Commerce-Markt wirst du einem starken Wettbewerb ausgesetzt sein. Bevor du im E‑Commerce bei Null anfängst, musst du daher gründlich darüber nachdenken, was dich und dein Unternehmen einzigartig macht.

Wenn du über begehrtes Fachwissen verfügt, mache es dir zunutze. Wenn du beispielsweise jahrelang als freie Autorin gearbeitet hast, starte einen Blog und schreibe über deine Erfahrungen, um dich in der Branche als Vordenkerin zu etablieren. Du kannst deinen Onlineshop nutzen, um Lektorat, Print-on-Demand oder kostenpflichtige Onlinekurse in deinem Fachgebiet anzubieten.

2. Recherchiere gründlich

Finde die Top-Konkurrenten in deinem Bereich und analysiere deren Geschichte und Geschäftsmodell. Beobachte Produkttrends, um Ideen für neue Produkte zu finden. Frage dich, was du von den Methoden anderer übernehmen kannst. Finde heraus, wonach Verbraucher in deiner Branche oder Nische suchen, und suche nach Möglichkeiten, diese Bedürfnisse auf deine spezielle Art und Weise zu erfüllen.

Du musst auch die Zutrittsschranken auf deinem Gebiet identifizieren und einen Weg finden, wie du diese überwinden kannst. Musst du in Werbung investieren? Benötigst du eine E‑Commerce-Software? Musst du teure Fotoausrüstung oder Design-Software kaufen? Wenn die Antwort ja lautet und dir das notwendige Kleingeld fehlt, welche Alternativen gibt es? Was lässt sich mit dem erreichen, was du bereits hast? Es ist völlig in Ordnung, beim Aufbau eines E‑Commerce-Geschäfts bescheiden anzufangen.

Gibt es vielleicht Marktlücken, die du mit deinen Produkten oder Dienstleistungen füllen kannst? Auch wenn das, was du anbieten willst, bereits existiert, solltest du dich nicht entmutigen lassen. Versuche einfach, dieses Produkt so anzubieten, wie es sonst niemand kann.

Wenn klar ist, wie du dich auf dem Markt positionierst und welchen Mehrwert du deinen Kunden bietest, solltest du eine SWOT-Analyse durchführen – also deine Stärken, Schwächen, Chancen und Bedrohungen ermitteln. Dies kann dir helfen, potenzielle Hindernisse zu identifizieren und die Zukunft deines E‑Commerce-Unternehmens zu planen.

Stärken und Schwächen sind normalerweise Dinge, die du beeinflussen kannst. Zum Beispiel:

  • Unternehmenskultur
  • dein Ruf
  • dein Kundenstamm
  • geografische Gegebenheiten
  • Partnerschaften
  • geistige Schutzrechte
  • Ressourcen

Chancen und Bedrohungen hingegen sind Dinge, auf die du keinen direkten Einfluss hast, die du aber bei deiner Planung berücksichtigen kannst. Zum Beispiel:

  • Regulierung
  • Anbieter auf deinem Markt
  • deine Konkurrenten
  • Wirtschaftslage
  • Marktgröße
  • Markttrends
  • Finanzierungslücken

3. Wähle dein Produkt und deinen Zielmarkt

Es gibt verschiedene bewährte Strategien, um dein erstes gewinnträchtiges E‑Commerce-Produkt auszuwählen. Du könntest ein weit verbreitetes Problem auf dem Markt lösen, einen kleinen Nischenmarkt – zum Beispiel Hobbyenthusiasten auf deinem Gebiet – ins Visier nehmen oder auf deine persönliche Leidenschaft aufbauen. Verwende diese Strategien, um das perfekte Produkt oder die perfekte Dienstleistung für dein Unternehmen zu finden.

Finde durch Brainstorming dein optimales Produkt

Stütze dich bei der Entwicklung deines Produkts auf deine persönlichen Erfahrungen. Hast du vielleicht aufgrund beruflicher Erfahrungen in einer bestimmten Branche Erkenntnisse, die andere nicht haben?

Wenn du einen Riecher für Trends hast, sollte dies ebenfalls in deine Entscheidung einfließen. Gibt es Trends in deiner Branche, die bald zu einer Marktlücke für ein bestimmtes Produkt führen werden? Durch Erkennung eines relevanten Trends kannst du frühzeitig zum Marktführer werden.

Zu beachten ist dabei der Unterschied zwischen Trends und Hypes. Ein Hype ist ein kurzzeitiger Popularitätsschub aufgrund des Neuheitseffekts. Wenn du dein Geschäft auf einen Hype aufbaust, dürfte deine Nachfrage mit ziemlicher Sicherheit nachgeben, sobald der Hype vorbei ist.

Ein Trend hingegen entsteht durch die Erfüllung eines bestehenden Bedarfs in einer neuartigen Weise. Da ein bestehendes Bedürfnis erfüllt wird, werden die Menschen wahrscheinlich nicht so schnell genug davon haben. Hypes können eine gute Gelegenheit fürs Marketing sein, aber Trends haben mehr Ausdauer.

Um Trends zu erkennen, kannst du unterschiedlich vorgehen:

  • Soziales Zuhören. Verbringe Zeit in jenen Bereichen der sozialen Medien, wo andere Akteure deiner Branche oder deine Zielkunden sich aufhalten, und verfolge ihre Aussagen ganz genau. Die Beobachtung von Hashtag-Trends oder die Verwendung von Social-Listening-Tools zum Sammeln von Daten kann im Lauf der Zeit ebenfalls wertvolle Erkenntnisse liefern.
  • Beobachtung von Suchtrends. Google Trends ist ein großartiger Ort, um herauszufinden, welche Produkte gerade im Trend sind. Du kannst dort auch erfahren, nach welchen Begriffen am häufigsten gesucht wird und welches die häufigsten Probleme sind, die Benutzer zu lösen versuchen.
  • Stöbern auf E‑Commerce- und Aggregator-Websites. Auf Seiten wie Trend Hunter oder in verschiedenen Subreddits, die für deine Nische relevant sind, kannst du neue Trends erkennen, bevor sie groß werden.

Auch Kundenbewertungen bieten eine Fülle von Informationen zu den Erwartungen deiner potenziellen Käufer an ein Produkt. Lies dir die Bewertungen von Produkten durch, die deinem angedachten Produkt ähnlich sind, um herauszufinden, was den Leuten fehlt. Dies ist eine großartige Quelle für neue Produktideen. Wenn es geht, übernimm diese Inspirationen in dein Produkt oder deinen Service. Ein unerfülltes Bedürfnis anzugehen ist ein guter Weg, um dein Produkt auf einem gesättigten Markt zu differenzieren.

Bei der Suche nach Schlüsselwörtern solltest du dich auch außerhalb von Google umsehen. Google ist zwar die meistverwendete Suchmaschine, aber auch Online-Marktplätze wie Amazon und eBay haben ihre eigene Suchfunktion.

Wenn du erwägst, ein bestimmtes Produkt anzubieten, gib den Produktnamen auf diesen Websites ein und schau genau hin, welche Schlüsselwörter dir angezeigt werden. Nehmen wir an, du willst Küchenmesser verkaufen. Wenn du dies in die Suchleiste von Amazon eingibst, werden dir Suchvorschläge wie „Küchenmesser Set“ und „Küchenmesser mit selbstschärfendem Messerblock“ angezeigt. Diese Ergebnisse geben dir eine Vorstellung davon, was den Menschen bei diesem Produkt wichtig ist.

Finde deinen Zielmarkt

Beim Sammeln der Produktinformationen solltest du deinen Zielmarkt genau unter die Lupe nehmen. Wer sind deine idealen Kunden? Welche Merkmale haben sie? An dieser Stelle ist es hilfreich, Kundenpersönlichkeiten zu erstellen.

Diese fiktiven Versionen deiner idealen Kunden können dir helfen, vorherzusagen, wie sich deine echten Kunden verhalten werden. Wenn du dir ein Bild von der Person machst, für die dein Produkt oder deine Dienstleistung optimal geeignet ist, kannst du dir überlegen, wie du diese Person am besten ansprichst.

Stelle dir dabei die folgenden Fragen:

  • Wie alt ist diese Person?
  • Wo lebt sie?
  • Wie viel Geld verdient sie?
  • Welche Probleme sind für sie wichtig?

Aus diesen Informationen kannst du ableiten, wie du diese Person am ehesten online erreichen kannst und für welche Botschaften sie empfänglich ist. Wenn du dann soweit bist, deinen eigenen Onlineshop zu eröffnen, werden dir diese Informationen beim Marketing deines Produkts helfen.

4. Validiere dein Produkt

Wenn du eine Produktidee entwickelt hast und weißt, an wen du es verkaufen möchtest, musst du als Nächstes herausfinden, ob sich dein Produkt realisieren lässt. Mit anderen Worten: Du musst entscheiden, ob dein Geschäft wirtschaftlich lebensfähig ist.

Du kannst verschiedene Kriterien verwenden, um die Lebensfähigkeit deines Produkts zu bewerten. Diese Bewertungskriterien lassen sich in zwei Hauptkategorien unterteilen: marktbasierte und produktbasierte Kriterien.

Marktbasierte Kriterien

Es handelt sich hierbei um Marktfaktoren, die dein Produkt und dein Geschäftsmodell beeinflussen. Du solltest dir insbesondere folgende Aspekte ansehen:

  • Marktgröße und Nachfrage nach deinem Produkt bzw. deiner Dienstleistung
  • Wer deine Konkurrenten sind
  • Ob es sich um einen Trend, einen Hype, einen wachsenden Markt oder einen stagnierenden Markt handelt
  • Ob Kunden dieses Produkt bzw. diesen Service lokal beziehen können
  • Wer deine Zielkunden sind

Produktbasierte Kriterien

Sobald du eine Vorstellung davon hast, in welche Richtung sich der Markt entwickelt und wen du mit deinem Marketing ansprichst, kannst du mit dem nächsten Kriterientyp fortfahren. Sieh dir unter anderem Folgendes an:

  • Deinen potenziellen Verkaufspreis
  • Die potenzielle Marge deines Produkts oder deiner Dienstleistung
  • Wie viele Produktsorten oder -stile du anbieten willst
  • Ob du ein Abonnement anbieten willst
  • Größe, Gewicht und Haltbarkeit deines Produkts (bei physischen Produkten)
  • Ob saisonale Nachfrageschwankungen zu erwarten sind
  • Ob dein Produkt oder deine Dienstleistung ein Problem löst oder einer Leidenschaft dient
  • Ob dein Produkt konsumierbar, wegwerfbar oder verderblich ist
  • Alle Vorschriften oder Einschränkungen im Zusammenhang mit deinem Produkt

Analysiere deine Ergebnisse

Anhand der markt- und produktbasierten Kriterien kannst du abschätzen, wie viel es kosten wird, dein Onlinegeschäft in Gang zu bringen. Wenn du beispielsweise ein physisches Produkt zu einem niedrigen Preis verkaufst, musst du mehr davon absetzen, um die Gewinnzone zu erreichen, als von einem margenträchtigen Premiumprodukt.

Digitale Produkte sind hingegen billiger in der Herstellung – der Preis bemisst sich eher an ihrem Nutzwert. Dadurch können sie für kleinere Unternehmen oder Solounternehmer, die gerade erst loslegen, die bessere Option sein.

Diese Kriterien vermitteln dir eine gute Vorstellung vom Potenzial deines Produkts oder deiner Dienstleistung und helfen dir, Fehler zu vermeiden, die in deinem Marktsegment häufig begangen werden. Wenn du nach Prüfung all dieser Faktoren festgestellt hast, dass ein Markt für dein Produkt da ist, kannst du dich daran machen, andere Aspekte deines Geschäfts vorzubereiten und schließlich deinen Shop zu starten und auszubauen.

5. Entscheide, wie du dein Produkt beziehen willst

Wenn du ein physisches Produkt verkaufst, musst du ein Modell finden, um das Produkt zu beziehen und die Bestellungen an deine Kunden auszuliefern. Es gibt mehrere Modelle, die du in Erwägung ziehen kannst:

Handwerklich fertigen

Du stellst das Produkt selbst von Hand her und lieferst es an die Kunden aus. Dies ist eine sehr attraktive Option, wenn die Zutaten frei erhältlich sind und das Produkt günstig herzustellen ist – z. B. hausgemachte Seife oder Keramik. Am Anfang musst du die Zutaten in kleineren Mengen kaufen, sodass deine Gewinnspanne niedriger ist. Andererseits kannst du die Kosten und das Risiko steuern und später, wenn du über mehr Ressourcen verfügst, die Produktion hochfahren.

Industriell fertigen

Wenn du nicht über das Fachwissen oder die Werkzeuge verfügst, um dein Produkt selbst herzustellen, kannst du eine Partnerschaft mit einem Fertigungsunternehmen eingehen. Diese Option ist nur dann sinnvoll, wenn du dein Produkt in großen Stückzahlen verkaufen kannst, da die Hersteller normalerweise die Abnahme größerer Mengen voraussetzen. Um diesen Weg einschlagen zu können, musst du außerdem in der Lage sein, die Kosten dieser großen Bestellungen vorzufinanzieren.

Große Mengen beziehen und einzeln weiterverkaufen

Bei dieser Option kaufst du im Großhandel oder bei individuellen Produzenten größere Mengen deines gewünschten Produkts ein und verkaufst sie mit einem Aufschlag in deinem Shop. Hier hast du wenig Kontrolle über die Preisgestaltung, da der Hersteller den Ankaufspreis und der Markt den möglichen Aufschlag festlegt. Die Margen für den Verkauf von Großhandelsprodukten liegen bei etwa 50 %. Wenn du also ein Produkt für 8 USD pro Stück kaufst, kannst du an die 16 USD von deinen Kunden verlangen.

Dropshipping

Dropshipping (auch als Streckenhandel oder Direkthandel bezeichnet) ist eine gute Option, wenn du dir die Lagerhaltung sparen willst. Dabei gehst du eine Partnerschaft mit einem anderen Unternehmen ein, das dein Produkt für dich versendet, nachdem jemand es bei dir bestellt hat. Da du keine Startkosten für die Fertigung des Produkts hast, beträgt deine Marge nur etwa 20 %. Du bietest das Produkt auf deiner Website an, und dein Dropshipping-Partner liefert die Bestellungen aus.

Digital anbieten

Blogeinträge, Dokumentvorlagen, Online-Videokurse, Tipps und Ressourcen – alles, was sich herunterladen lässt, kannst du als Produkt anbieten. Auch Dienstleistungen wie Schreiben, Therapie oder Design können als digitale Produkte vertrieben werden.

Digitale Downloads oder Services sind bequem für die Kunden, und auch du profitierst meist von einem geringeren Overhead. Dadurch ist das Anbieten von digitalen Produkten eine gute Option, wenn du gerade erst loslegst. Du kannst ruhig mit verschiedenen Dingen experimentieren, bis du das optimale Produkt für dein Unternehmen gefunden hast.

6. Schreibe einen Geschäftsplan

Du brauchst einen Plan, um dein Unternehmen auf Kurs zu halten. Sobald die grundlegenden Entscheidungen getroffen sind, hilft dir das Schreiben eines Geschäftsplans dabei, Ziele festzulegen und dich im Detail um das Führen deines Unternehmens und das Ansprechen deiner Kunden zu kümmern.

Solltest du einen Geschäftskredit benötigen, werden auch deine Kreditgeber oder Investoren deinen Geschäftsplan sehen wollen. Versuche daher, deinen Plan so gründlich und professionell wie möglich zu gestalten.

Dein Geschäftsplan sollte unter anderem Folgendes enthalten:

  • Art deines Geschäfts
  • Was du verkaufst
  • Wie dein Unternehmen damit Geld verdient
  • Eine Liste der Beschäftigten und Führungskräfte
  • Finanzierungsquellen
  • Betriebsmodell

Behalte beim Schreiben deines Plans deine künftige Leserschaft im Hinterkopf. Wenn du dich an Investoren richtest, sollte klar zu erkennen sein, dass du weißt, was du tust. Wenn es dir um die Rekrutierung von Arbeitskräften geht, stelle sicher, dass sie erkennen können, welche Werte dich leiten und wie du sie behandeln wirst.

Die Gliederung deines Geschäftsplans sollte ungefähr so aussehen:

  1. Executive Summary
  2. Unternehmensübersicht
  3. Marktanalyse
  4. Produkte und Services
  5. Marketingplan
  6. Logistik- und Betriebsplan
  7. Finanzplan

Wenn du dir eine detailliertere Vorlage wünschst, findest du zahlreiche Beispiel-Geschäftspläne online.

Das Wichtigste beim Schreiben deines Plans ist, immer zu wissen, welches Ziel du damit verfolgst. Dein Geschäftsplan wird anders aussehen, wenn du dir damit Startkapital sichern willst, als wenn du ihn nur für dich selbst schreibst, um dir einen Überblick zu verschaffen.

Achte darauf, im gesamten Dokument einen einheitlichen Stil zu verwenden. Am sichersten lässt sich dies erreichen, wenn das gesamte Dokument von einer Person geschrieben wird, oder wenn du dir hinterher die Zeit nehmen kannst, alles gründlich zu überarbeiten, bevor dein Geschäftsplan von Personen außerhalb des Unternehmens gelesen wird.

Wichtig ist schließlich noch, kurz und prägnant zu schreiben. Dein Plan sollte nicht mehr als 15 bis 20 Seiten umfassen. Er sollte gerade lang genug sein, um die relevanten Informationen zu übermitteln, ohne die Zeit der Leser zu verschwenden.

7. Wähle einen Firmennamen und eine Rechtsform

Die Namenswahl gehört zu den schwierigsten Aspekten bei der Gründung eines E‑Commerce-Unternehmens. Du musst dir einen Namen einfallen lassen, der ins Auge sticht, deine Marke beschreibt und noch nicht von jemand anderem in Beschlag genommen wurde.

In den USA kannst du die Verfügbarkeit von Firmennamen normalerweise auf der Website des Innenministeriums (Secretary of State) deines Bundesstaats überprüfen. Ebenfalls eine gute Idee ist es, eine Suche im Patent- und Markenamt der USA durchzuführen.

Ein guter Name gibt sofort den Ton für dein Unternehmen an. Nehmen wir zum Beispiel Death Wish Coffee (in etwa „Der Kaffee, der dich den Tod herbeisehnen lässt“). Der Name macht sofort klar: Dieser Laden ist für Entschlossene, die den stärksten Kaffee wollen, den man für Geld kaufen kann. Der Name passt zum Hardcore-Branding des Unternehmens – inklusive Totenkopf und Knochen – und auch das Produkt selbst ist auf ein Kundensegment ausgerichtet, das dieser Ästhetik zugeneigt ist.

Halte dir bei der Wahl deines Firmennamens die folgenden Grundsätze vor Augen:

  • Einfacher ist besser
  • Hebe dich ab
  • Sei kreativ
  • Sei originell

Ein Generator für Unternehmensnamen kann dir helfen, eingängige Namen zu finden. Sobald du einen Namen gefunden hast, den noch kein anderer verwendet, solltest du ihn als Online-Domain registrieren. Du wirst deinen Domainnamen benötigen, um deinen Onlineshop und deine Marke aufzubauen und den Menschen eine einfache Möglichkeit zu geben, dich online zu finden.

Du verwendest deinen Firmennamen auch bei der Anmeldung deines Unternehmens. Deine gewählte Unternehmensform wird später rechtliche und finanzielle Auswirkungen haben. Es lohnt sich daher, ein bisschen Arbeit zu investieren, um die geeignete Rechtsstruktur zu finden.

In den USA kannst du dein Unternehmen unter einer der folgenden Rechtsformen registrieren:

  • Sole proprietorship (Einzelunternehmen)
  • General partnership (Offene Handelsgesellschaft)
  • LLC (GmbH)
  • Corporation (Aktiengesellschaft)

Jede Unternehmensform hat ihre Vor- und Nachteile. Wenn möglich, lasse dich von einem Anwalt oder einem anderen Rechtsexperten bei der Wahl der Rechtsform beraten.

Wenn du dein Unternehmen allein betreibst, ist die Eintragung als Einzelunternehmen wahrscheinlich das Richtige für dich. Wenn du diesen Weg gehst, bist du gesetzlich nicht verpflichtet, dein Unternehmen in deinem Bundesstaat zu registrieren. Dein Unternehmen wird nur mit deinem bürgerlichen Namen verknüpft.

Dies gilt auch für offene Handelsgesellschaften, allerdings musst du bei der Lokalverwaltung einen DBA-Antrag („doing business as“) stellen.

8. Beantrage Genehmigungen, Lizenzen und EIN-Nummer

Zwar benötigen nicht alle Unternehmensarten eine Mitarbeiteridentifikationsnummer (employee identification number, EIN), es kann aber dennoch nützlich sein, sie zu beantragen, da du persönliche und geschäftliche Finanzen dadurch besser trennen kannst. Du kannst sie kostenlos bei der US-Bundessteuerbehörde (Internal Revenue Service, IRS) beantragen. Die Nummer wird normalerweise sofort zugeteilt. Du kannst die EIN auch per Post oder Fax beantragen.

Darüber hinaus solltest du jegliche Genehmigungen oder Lizenzen beantragen, die dein Unternehmen für den Betrieb in deinem Bundesstaat benötigt. Wenn du dein E‑Commerce-Unternehmen ausschließlich von zu Hause aus betreibst, benötigst du nicht die gleichen Genehmigungen wie ein Ladengeschäft.

Du solltest trotzdem auf Nummer sicher gehen. Überprüfe auf der Website deiner Lokalverwaltung, welche Geschäftsgenehmigungen oder Lizenzen du für deine geschäftliche Tätigkeit in deinem Bundesstaat benötigst.

Dein Unternehmen könnte unter anderem folgende Genehmigungen oder Lizenzen benötigen:

  • Berufs- und Gewerbelizenzen für bestimmte Branchen
  • Verkaufssteuer-Genehmigungen
  • Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltgenehmigungen
  • Beschilderungsgenehmigungen

Wenn du Genehmigungen oder Lizenzen benötigst, musst du damit rechnen, dass sie Gebühren kosten. Berücksichtige diese Ausgaben von vornherein in deinem Budget, damit du später keine finanziellen Überraschungen befürchten musst.

9. Erstelle deinen Onlineshop

Nachdem du jetzt startbereit bist, ist es an der Zeit, eine Plattform auszuwählen und deinen Onlineshop aufzubauen. Das Einrichten einer E‑Commerce-Website ist nicht unbedingt eine leichte Aufgabe, aber zur Unterstützung stehen dir zahlreiche E‑Commerce-Plattformen zur Wahl. Auch hier solltest du dir gut überlegen, welche Plattform deinen Anforderungen am besten entspricht.

Mit dem Website Builder von Mailchimp kannst du beispielsweise eine solide, professionell aussehende Website erstellen, die sich in E‑Commerce-Plattformen wie Square und Shopify integrieren lässt. Auf diese Weise kannst du in kürzester Zeit eine Website einrichten, auf der du deine Produkte verkaufen und Zahlungen empfangen kannst.

Wähle eine E‑Commerce-Software, die es dir erlaubt, deinen Shop anzupassen, ein Branding hinzuzufügen, das Zahlungsgateway auszuwählen und so viele Zahlungsarten wie möglich anzubieten, damit du keine potenziellen Kunden aussperrst, die alternative Zahlungsmethoden bevorzugen. Beim Aufbau deines Shops ist es sinnvoll, eine Sitemap zu erstellen – von der Startseite über die Produktseiten bis hin zum Bezahlvorgang – und die Navigation in dieser Seitenstruktur zu testen, um sicherzustellen, dass sie für deine Kunden gut funktioniert und ihnen keine Hindernisse in den Weg legt.

10. Unterstütze dein Geschäft durch Marketing

Sobald alles geplant und eingerichtet ist, bist du endlich soweit: Du kannst der Welt von deinem neuen Geschäft erzählen und mit dem Verkauf deiner Produkte beginnen. Die Erkenntnisse, die du im Laufe deiner Recherche über deine Zielgruppe gewonnen hast, sollten dir eine Vorstellung davon geben, wo du Anzeigen schalten und welche Inhalte du erstellen solltest, um Kunden zu gewinnen.

Habe keine Scheu, deine Zielgruppe über mehrere Kanäle anzusprechen. Wenn du ein Blog hast, mache in verschiedenen sozialen Medien Werbung dafür. Veröffentliche Inhalte, die für deine Nische relevant sind, auf Twitter, Instagram oder YouTube. Probiere verschiedene Taktiken in deiner Marketingstrategie aus, z. B. Instagram-Marketing oder Partnerschaften mit Affiliate-Marketern. Richte Landingpages mit Shop-Funktion ein – dadurch machst du es deinen Interessenten besonders leicht, bei dir einzukaufen.

Auch bei der Gestaltung deiner Webshop-Seiten solltest du die Gewinnung neuer Kunden im Blick haben. Formuliere deine Seitentexte und Produktbeschreibungen sorgfältig und beachte dabei aktuelle SEO-Techniken. Sorge dafür, dass deine Website übersichtlich ist und eine einfache Navigation ermöglicht.

Zur Durchführung deiner Marketingaktivitäten solltest du nach Möglichkeit in eine Plattform für Kundenbeziehungsmanagement (CRM) investieren. Mit diesem Marketingtool kannst du detaillierte Informationen zu den demografischen Merkmalen, Vorlieben und Verhaltensweisen deiner Kunden sammeln, um die richtigen Nachrichten zur richtigen Zeit an die richtigen Personen zu senden und deine Conversion-Raten zu erhöhen.

Lege eine E‑Mail-Liste an, um Kontakte zu sammeln, von denen du weißt, dass sie an deinem Produkt interessiert sind. Dadurch steht dir ein direkter Kommunikationsweg zur Verfügung, um sie über künftige Angebote, Rabatte und Werbeaktionen zu informieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie dir nach dem Kauf unkompliziert Feedback zu deinem Produkt oder Service geben können.

Leg mit Mailchimp los

Die Gründung eines Shops ist eine Menge Arbeit, selbst wenn er ausschließlich online betrieben wird. Auch wenn die vielen Schritte anfangs etwas einschüchternd wirken – du kannst es schaffen! Arbeite einen Schritt nach dem anderen ab und erwarte nicht, dass alles von Anfang an perfekt läuft. Lerne bei der Arbeit dazu und nimm die notwendigen Anpassungen vor. Mit etwas Zeit und Übung wirst du ein erfolgreiches E‑Commerce-Business aufbauen, auf das du stolz sein kannst.

Erlebe mit uns dein Marketing in einem neuen Licht

Die diesjährige „FROM: HERE, TO: THERE“-Konferenz beleuchtet die nächste Evolution des Marketings mit den Technologien, Strategien und Produkten, die Marketingspezialisten heute brauchen, um auch morgen noch erfolgreich zu sein.

Farbgradient-Quadrat mit den Details zur Konferenz: 13. Juni 2024, Magazine London
Artikel teilen